Übersicht
Der JDZW-35, JDZFW-35 und JDZXFW-35 (JDZW-35QIV) ist ein vollständig gekapselter, einphasiger Freiluft-Spannungswandler für 35-kV-Systeme. Er verfügt über eine Isolierung aus Epoxidharzguss, die hohe Durchschlagfestigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit und langfristige Stabilität unter rauen Außenbedingungen gewährleistet.
Konzipiert für hohe Genauigkeit in der Messtechnik (Klassen 0,2, 0,5) und im Schutz (z. B. 6P), eignet er sich für Anwendungen wie Abrechnungsmessung, Relaisschutz und SCADA-Anbindung in 35-kV-Umspannwerken und Verteilnetzen. Das Gerät erfüllt die Normen IEC 61869-3/-1 und GB/T 20840.3/20840.1 und gewährleistet zuverlässigen Betrieb unter Standardbedingungen bei 50 Hz (60 Hz optional).


Wichtigste Bemessungsdaten
| Parameter | Bemessungswert |
|---|---|
| Netzspannungsklasse | 35 kV (Freiluft) |
| Nennfrequenz | 50 Hz (60 Hz auf Anfrage) |
| Nennsekundärspannung | 100 V oder 100/√3 V |
| Genauigkeitsklassen | 0,2, 0,5 (Messung); 6P (Schutz) |
| Nennbürde | Je nach Wicklung angegeben (VA) |
| Bürden-Leistungsfaktor | cosφ = 0,8 nacheilend |
| Isolationspegel | 40,5/95/200 kV (Um/LIPL/ACSD) |
| Gültige Normen | IEC 61869-3, IEC 61869-1, GB/T 20840.3, GB/T 20840.1 |
Modellbezeichnung

- J: Spannungswandler (VT / PT)
- D: Einphasige Ausführung
- Z: Stützisolator-Ausführung (Säulen-/Pfostenbauweise)
- W: Für Freiluftmontage
- 35: Spannungsklasse (kV)
- F: Variante mit Sicherung
- X: Hilfssekundärwicklung für offene Dreieckschaltung
Aufbau
Der Wandler besitzt eine Säulenbauweise (Pfostenbauweise), die für die Freiluftmontage optimiert ist, und verfügt über eine vollständig gekapselte Epoxidharz-Isolierung mit UV-Beständigkeit und hohem Kriechstreckenverhalten. Der Magnetkern besteht aus kaltgewalzten, kornorientierten Siliziumblechen, die wärmebehandelt wurden, um die magnetischen Eigenschaften zu verbessern. Moderne Vakuumgusstechnologie gewährleistet blasenfreie Isolierung mit gleichmäßigen dielektrischen Eigenschaften. Eine abgedichtete Metallanschlussdose mit Vorrichtung für ein Vorhängeschloss beherbergt alle Sekundäranschlüsse und schützt vor Umwelteinflüssen sowie unbefugtem Zugriff. Diese kompakte, wartungsfreie Bauweise bietet hervorragende Verschmutzungsbeständigkeit, Witterungsresistenz und langfristige Zuverlässigkeit im Freiluftbetrieb.
Technische Daten
Betriebsbedingungen
- Installationsumgebung: Freiluftmontage
- Höhe über NN: Maximal 1000 m (größere Höhen müssen für technische Abstimmung angegeben werden)
- Umgebungstemperatur: −5 °C bis +40 °C
- Relative Luftfeuchte: Tagesmittelwert ≤ 95 %, Monatsmittelwert ≤ 90 % (Bezugstemperatur +20 °C)
- Umweltbedingungen: Frei von korrosiven Gasen oder Dämpfen; frei von explosions- oder brandgefährlichen Medien; Verschmutzungsgrad II gemäß IEC 60815
Technische Parameter
Die Serie JDZW-35 ist ein vollständig gekapselter Freiluft-Spannungswandler mit Epoxidharzguss für 35-kV-Drehstromsysteme mit 50 Hz. Er weist einen Isolationspegel von 40,5/95/200 kV auf, erfüllt die Norm IEC 61869-1 und ist für Umgebungstemperaturen von −5 °C bis +40 °C sowie Höhenlagen bis 1000 m ausgelegt.
Datenblatt Spannungswandler
| Modell | Typ (Übersetzung) |
Genauigkeitsklasse (Schutz/ Messung) |
Nenn- Ausgangs- leistung (VA) |
Max. Ausgangs- leistung (VA) |
Nenn- Isolations- pegel (kV) |
|---|---|---|---|---|---|
| JDZW-35 | 35000/100 | 0,2 | 75 | 1000 | 40,5/95/200 |
| JDZW-35 | 35000/100 | 0,5 | 100 | 1000 | 40,5/95/200 |
| JDZFW-35 | 35000/100/100 | 0,2/0,2 | 30/30 | 2 × 500 | 40,5/95/200 |
| JDZFW-35 | 35000/100/100 | 0,2/0,5 | 30/60 | 2 × 500 | 40,5/95/200 |
| JDZFW-35 | 35000/100/100 | 0,5/0,5 | 60/60 | 2 × 500 | 40,5/95/200 |
| JDZXW-35 | 35000/√3 / 100/√3 / 100/3 | 0,2/6P | 40/100 | 1000 | 40,5/95/200 |
| JDZXW-35 | 35000/√3 / 100/√3 / 100/3 | 0,5/6P | 80/100 | 1000 | 40,5/95/200 |
| JDZXW-35 | 35000/√3 / 100/√3 / 100/3 | 0,2/0,2/6P | 20/20/100 | 1000 | 40,5/95/200 |
| JDZXFW-35 | 35000/√3 / 100/√3 / 100/3 / 100/3 | 0,2/0,5/6P | 25/25/100 | 2 × 400 | 40,5/95/200 |
| JDZXFW-35 | 35000/√3 / 100/√3 / 100/3 / 100/3 | 0,5/0,5/6P | 40/40/100 | 2 × 400 | 40,5/95/200 |
Installation und Verdrahtung
Abmessungszeichnung

Die Abmessungszeichnung liefert wichtige Maßangaben wie Gesamthöhe, -breite, -tiefe sowie Position der Befestigungsbohrungen. Diese Maße sind für die korrekte Montage auf dem vorgesehenen Fundament oder Tragwerk zu berücksichtigen.
Schaltplan

Der Schaltplan zeigt die Anschlussbezeichnungen und Verdrahtungsanordnung der Primär- und Sekundärwicklungen. Primäranschlüsse sind üblicherweise mit A und X gekennzeichnet, während Sekundäranschlüsse der standardisierten Bezeichnung für Spannungswandler folgen (z. B. a, x oder da, dx für Hilfswicklungen, falls vorhanden). Die Verdrahtung muss strikt gemäß Schaltplan erfolgen, um korrekte Polarität sowie ordnungsgemäßen Mess- und Schutzbetrieb sicherzustellen.
Auswahl und FAQs
Auswahlhilfe
- Wählen Sie die passende Modellvariante (JDZW-35, JDZFW-35, JDZXW-35 oder JDZXFW-35) je nachdem, ob Messung, Schutz oder Erdfehlererkennung erforderlich ist.
- Geben Sie das Spannungsübersetzungsverhältnis entsprechend der Nennspannung des Netzes (35 kV) und den Anforderungen der Sekundärgeräte an (üblicherweise 100 V oder 100/√3 V).
- Definieren Sie die Genauigkeitsklasse jeder Sekundärwicklung – z. B. Klasse 0,2 für Abrechnungsmessung, Klasse 0,5 für Anzeige und Klasse 6P für Schutz – gemäß IEC 61869 und GB/T 20840.
- Berechnen und geben Sie die Nennbürde (VA) jeder Wicklung an, um die Last der angeschlossenen Geräte und Leitungsverluste bei 100 V Sekundärspannung zu berücksichtigen.
- Stellen Sie sicher, dass der Isolationspegel (Standard: 40,5/95/200 kV) den Anforderungen des Netzes hinsichtlich Netzkonfiguration und Erdung entspricht.
- Für Erdfehlererkennung in nichtgeerdeten oder widerstandsgeerdeten Netzen wählen Sie die Varianten JDZXW-35 oder JDZXFW-35 mit Hilfswicklung (Anschlüsse da/dn).
Häufig gestellte Fragen
F1: Wie wähle ich das richtige Spannungsübersetzungsverhältnis für einen 35-kV-Freiluft-Spannungswandler mit Epoxidharzguss?
Die Primärspannung muss der Nennspannung des Netzes (35 kV) entsprechen; die Sekundärspannung beträgt üblicherweise 100 V bei Leiter-Leiter-Messung oder 100/√3 V bei Leiter-Erde-Messung. Die Wahl hängt von der Netzart und der Kompatibilität der Messgeräte ab.
F2: Welche Genauigkeitsklassen sind für Mess- und Schutzfunktionen anzugeben?
Gemäß IEC 61869-3 und GB/T 20840.3 verwendet man Klasse 0,2 für Abrechnungsmessung, Klasse 0,5 für allgemeine Anzeige und Klasse 6P für Schutzrelais. Jede Funktion benötigt eine eigene Sekundärwicklung mit separater Genauigkeitsklasse und Bürdenangabe.
F3: Wie wird die Nennbürde (VA) für Sekundärwicklungen von Spannungswandlern bestimmt?
Die Nennbürde muss die Gesamtlast aller angeschlossenen Messgeräte, Relais und Leitungsimpedanzen abdecken. Sie wird berechnet mit S = V² / (R + X), wobei V die Sekundärspannung (üblicherweise 100 V) und R sowie X den Gesamtwiderstand bzw. die Gesamtreaktanz der Schaltung darstellen.
F4: Wozu benötige ich eine Hilfswicklung (da/dn) in einem 35-kV-Spannungswandler?
Die Hilfswicklung ermöglicht die offene Dreieckschaltung zur Erfassung der Residualspannung, die für die Erdfehlererkennung in nichtgeerdeten oder hochohmig geerdeten Netzen sowie für richtungsselektiven Erdschlusschutz unerlässlich ist.
F5: Sind die Modelle JDZW-35, JDZFW-35 und JDZXW-35 austauschbar?
Nein. Der JDZW-35 unterstützt eine einzige Funktion (Messung oder Schutz), der JDZFW-35 bietet zwei unabhängige Wicklungen für duale Funktionen, und der JDZXW-35/JDZXFW-35 enthält eine zusätzliche Hilfswicklung für Residualspannung. Die Wicklungskonfigurationen unterscheiden sich deutlich.
F6: Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten für Sekundäranschlüsse während der Installation?
Der Sekundärkreis darf niemals offen sein, wenn die Primärseite unter Spannung steht. Sekundärwicklungen stets kurzschließen und erden gemäß örtlicher Praxis. Polaritätskennzeichnungen beachten: Anschluss „a“ ist phasengleich mit Primäranschluss „A“; übliche Bezeichnungen sind 1a/1n, 2a/2n und da/dn.
F7: Welche Normen und Prüfungen gewährleisten die Konformität von Freiluft-Spannungswandlern mit Epoxidharzguss?
Die Konformität wird durch Werksprüfberichte und Typenschildangaben gemäß IEC 61869 und GB/T 20840 nachgewiesen. Teilentladungsniveaus folgen Projektspezifikationen; Freiluftgeräte werden gemäß IEC 60815 hinsichtlich Verschmutzungsgrad typgeprüft. Alle Zertifikate sind vollständig rückverfolgbar.
Häufig gestellte Fragen
Q1: Kann der JDZW-35 Spannungswandler im Freien installiert werden?
Ja, er ist für die Freiluftmontage ausgelegt. Er funktioniert bei Höhen bis 1000 m und Temperaturen von −5 °C bis +40 °C. Für größere Höhen kontaktieren Sie uns bitte zur technischen Abstimmung.
Q2: Welche Genauigkeitsklasse bietet der JDZW-35 für Messungen?
Der JDZW-35 ist in den Genauigkeitsklassen 0,2 und 0,5 erhältlich. Klasse 0,2 bietet 75 VA Nennleistung, während 0,5 für 100 VA ausgelegt ist. Geben Sie Ihre Anforderung bei der Anfrage an.
Q3: Wie hoch ist der Isolationspegel für 35-kV-Systeme?
Der Isolationspegel beträgt 40,5/95/200 kV. Diese vollständig gekapselte Epoxidharzausführung entspricht der IEC 61869-1 für 35-kV-Drehstromsysteme. Eine werksseitige Prüfung wird für spezifische Netzbedingungen empfohlen.
Q4: Kann der Spannungswandler für Höhen über 1000 m angepasst werden?
Ja, eine Anpassung für größere Höhen ist möglich. Standardmodelle sind für maximal 1000 m über NN ausgelegt. Bitte geben Sie Ihre genaue Standorthöhe für die technische Abstimmung an.
Q5: Welche internationalen Normen erfüllt diese Spannungswandler-Serie?
Die Serie entspricht der Norm IEC 61869-1. Sie ist für 50-Hz-Drehstromsysteme mit Verschmutzungsgrad II konzipiert. Fordern Sie die spezifischen Typprüfzeugnisse während der Beschaffung an.
Q6: Für welche Anwendungen ist die JDZW-35 Serie geeignet?
Diese vollständig gekapselten Freiluft-Spannungswandler werden in 35-kV-Stromverteilungsnetzen eingesetzt. Sie sind ideal für Messung und Schutz in Umspannwerken. Der Einsatzort muss frei von korrosiven Gasen sein.
Q7: Wie wirkt sich hohe Luftfeuchtigkeit auf die Installation aus?
Der Wandler verkraftet eine tägliche Luftfeuchtigkeit bis 95 % und monatliche Mittelwerte bis 90 % bei +20 °C. Stellen Sie sicher, dass der Installationsort diese Parameter einhält. Eine werksseitige Prüfung der Umgebungsdaten ist möglich.