Übersicht
Die Serien JDZW2-10 und JDZW-10R sind präzise elektromagnetische Spannungswandler, konstruiert für genaue Spannungsmessung, Energiezählung und Relaischutz in 10-kV-Freiluft-Wechselstromnetzen. Mit ihrer säulenförmigen Bauweise und vollständig vergossenen Epoxidharz-Isolierung bieten diese Geräte hervorragende Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung, elektrischem Lichtbogen und Umweltalterung. Dank ihres kompakten, leichten Designs können sie flexibel in beliebiger Orientierung montiert werden. Die Sekundäranschlüsse verfügen über Schutzabdeckungen mit integrierten Diebstahlsicherungen für erhöhte Sicherheit.
Konzipiert speziell für netzseitig isolierte Systeme mit 50 Hz oder 60 Hz gewährleisten diese Wandler zuverlässige Leistung in vielfältigen Freiluft-Verteilungsanlagen bei minimalem Wartungsaufwand.

Wichtigste Nennwerte im Überblick
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Netzspannungsklasse | 10 kV (Freiluft-Mittelspannung) |
| Nennfrequenz | 50 Hz oder 60 Hz |
| Bemessungsspannungsübersetzung | 10000/100 V, 10000/220 V, 10000/100/100 V, 10000/100/220 V |
| Genauigkeitsklassen | Messtechnik: 0,2; 0,5; Klasse 1; Klasse 3 / Zweikern: 0,2/0,2; 0,5/0,5; 0,2/0,5 / Schutz: 6P |
| Bemessungsleistung | 40 VA bis 240 VA (einkernig), 25/25 VA bis 40/40 VA (zweikernig) |
| Maximale Leistung | 100 VA (einkernig), bis zu 300/800 VA (zweikernig) |
| Isolationspegel | 12/42/75 kV (Um / Wechselspannungsfestigkeit / Blitzstoßfestigkeit) |
| Umgebungstemperatur | -25 °C bis +40 °C |
| Vibrationsbeständigkeit | Beständig gegen direkte Vibrationstests bis 0,4g |
| Verschmutzungsgrad | Klasse II |
Typenbezeichnung

- J: Spannungswandler (VT/PT)
- D: Freiluftausführung
- Z: Isolierung aus gegossenem Epoxidharz
- W: Säulenbauweise
- 10: Spannungsklasse (10 kV)
- R: Verstärkte Ausführung (JDZW-10R)
- 2: Baureiheniteration (JDZW2-10)
Aufbau
Die vollständig vergossene Epoxidharz-Konstruktion in Säulenbauweise gewährleistet hervorragende Freilufttauglichkeit und bietet hohe Beständigkeit gegenüber UV-Einstrahlung, elektrischem Lichtbogen, Feuchtigkeitseintritt, Verschmutzung und langfristiger Umweltalterung. Das dicht verschlossene Gehäuse schützt vollständig vor rauen Witterungsbedingungen und ermöglicht einen zuverlässigen Betrieb über eine lange Lebensdauer bei minimalem Wartungsaufwand.
Eine Stahlprofilbasis mit vier Befestigungslöchern ermöglicht eine sichere Montage auf verschiedenen Tragstrukturen. Die Sekundäranschlüsse sind mit Schutzabdeckungen ausgestattet, die integrierte Diebstahlsicherungen sowie praktische Zugangslöcher für die Verdrahtung aufweisen. Die kompakte und leichte Bauform unterstützt die Montage in beliebiger Orientierung und bietet außergewöhnliche Flexibilität bei der Planung von Freiluft-Verteilungsnetzen.
Technische Daten
Betriebsbedingungen
- Installationsumgebung: Freiluft, netzseitig isolierte Systeme
- Höhenlage: ≤ 2000 m über Normalnull
- Umgebungstemperatur: -25 °C bis +40 °C
- Vibrationsbeständigkeit: Beständig gegen direkten Vibrationstest mit 0,4g
- Umweltschutz: UV-beständig, lichtbogenbeständig, alterungsbeständig
- Verschmutzungsgrad: Klasse II gemäß geltenden Normen
Technische Daten
| Modell | Bemessungs- Spannungs- übersetzung (V) |
Bemessungsleistung Sekundärseite (VA) | Grenz- leistung (VA) |
Bemessungs- Isolations- pegel (kV) |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0,2 | 0,5 | Klasse 1 | Klasse 3 | 0,2/0,2 | 0,5/ 0,5 |
6P | ||||
| 0,2/0,5 | ||||||||||
| JDZW2-10 JDZW-10R |
10000/100 | 40 | 80 | 200 | 240 | / | / | / | 100 | 12/42/75 |
| 10000/220 | ||||||||||
| 10000/100/100 | / | / | / | / | 25/25 | 40/40 | / | 300/300 | ||
| 10000/100/220 | 25/25 | 40/40 | / | 300/800 | ||||||
Installation und Verdrahtung
Installationsdiagramm
Die Wandler JDZW2-10 und JDZW-10R ermöglichen dank ihrer kompakten, leichten Säulenbauweise flexible Montage. Eine sichere Befestigung erfolgt über die vier Bohrungen in der Stahlprofilbasis. Primäranschlüsse folgen den üblichen Freiluft-Praktiken für 10-kV-Netze, während die Sekundärverkabelung durch vorgesehene Öffnungen in der Anschlussabdeckung erfolgt. Die Diebstahlsicherungen müssen nach Abschluss der Verdrahtung aktiviert werden.



Abmessungen
| Maß | Wert (mm) |
|---|---|
| Gesamthöhe | ca. 580 |
| Basisbreite | ca. 160 |
| Basislänge | ca. 220 |
| Bohrungsraster (L × B) | 190 × 130 |
| Bohrungsdurchmesser | Φ 14 |
| Kriechstrecke | ≥ 375 |
Auswahl und FAQs
Auswahlhilfe
- Wählen Sie das Spannungsübersetzungsverhältnis (z. B. 10000/100 V) entsprechend der Netzspannung und den Anforderungen der Sekundärgeräte.
- Wählen Sie die Genauigkeitsklasse (0,2 für Abrechnungszählung, 0,5 für allgemeine Zählung, 6P für Schutz) je nach Anwendungsfall.
- Stellen Sie sicher, dass die Bemessungsleistung (VA) die gesamte angeschlossene Last einschließlich der Geräteleistung und Kabelverluste übersteigt.
- Für kombinierte Zähl- und Schutzfunktionen wählen Sie zweikernige Modelle (z. B. 10000/100/100 V).
- Prüfen Sie, ob die Umgebungsbedingungen (Temperatur, Höhenlage ≤ 2000 m, Verschmutzungsgrad II) den Betriebsdaten entsprechen.
Häufig gestellte Fragen
F1: Wie wählt man korrekt zwischen einkernigen und zweikernigen Modellen JDZW2-10 oder JDZW-10R für kombinierte Zähl- und Schutzanwendungen?
Für Anlagen, die sowohl abrechnungsgenaue Zählung als auch Relaischutz erfordern (z. B. in 10-kV-Netzen mit isoliertem Sternpunkt), ist ein zweikerniges Modell wie der JDZW2-10 mit Spannungsübersetzung 10000/100/100 V unerlässlich. Die erste Sekundärwicklung sollte mit Genauigkeitsklasse 0,2 (für Abrechnung) und einer Bemessungsleistung ≥ 25 VA ausgelegt sein, während die zweite Wicklung die Klasse 6P (für Schutz) mit ausreichender Lastfähigkeit aufweist – gemäß technischer Daten bis zu 300 VA pro Kern. Einkernige Geräte können unabhängige Genauigkeits- und Lastanforderungen nicht gleichzeitig erfüllen; ihre Verwendung für Doppelfunktionen birgt das Risiko von Zählfehlern oder Fehlauslösungen des Schutzes aufgrund von Lastfehlanpassung.
F2: Warum ist die Bemessungsleistung (VA) entscheidend bei der Dimensionierung des JDZW2-10 für eine bestimmte Installation, und wie berechnet man die Gesamtlast?
Die Bemessungsleistung definiert die maximale VA-Last, unter der der Wandler seine angegebene Genauigkeitsklasse einhält. Eine Überschreitung führt zu Phasenwinkel- und Übersetzungsfehlern außerhalb der Toleranz – z. B. kann ein Gerät der Klasse 0,2 bei 120 % der Bemessungsleistung auf Klasse 0,5 abfallen. Gesamtlast = Summe der VA-Werte der angeschlossenen Geräte + I²R-Verluste in der Sekundärverkabelung. Beispiel: Ein JDZW2-10 der Klasse 0,2 mit 40 VA-Bemessungsleistung, angeschlossen an ein 15 VA-Zählwerk über 50 m Kupferkabel mit 2,5 mm² Querschnitt (Widerstand ≈ 0,87 Ω), ergibt ca. 0,8 VA Verlust bei 5 A Sekundärstrom – gut innerhalb der Toleranz. Prüfen Sie stets, ob Last ≤ Bemessungsleistung; andernfalls wählen Sie eine Variante mit höherer Leistung oder reduzieren Sie Kabellänge/Querschnitt.
F3: Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den Varianten JDZW2-10 und JDZW-10R, und wann sollte der verstärkte JDZW-10R spezifiziert werden?
Beide weisen identische elektrische Daten auf (10-kV-Klasse, 12/42/75-kV-Isolation, gleiche Genauigkeitsklassen), doch der JDZW-10R verfügt über ein mechanisch verstärktes Epoxidharzgehäuse und eine robustere Basisstruktur für Umgebungen mit hoher Vibration oder starkem Wind – wie Küstenregionen, Industrieanlagen nahe schweren Maschinen oder erdbebengefährdete Gebiete. Die „R“-Variante erfüllt denselben 0,4g-Vibrationsteststandard, bietet jedoch verbesserte langfristige mechanische Integrität unter zyklischer Belastung. Spezifizieren Sie den JDZW-10R, wenn Standortanalysen auf dauerhafte mechanische Beanspruchung hindeuten oder wenn Netzbetreiber verstärkte Konstruktionen für säulenförmige Freiluft-Spannungswandler oberhalb bestimmter Windlastgrenzen vorschreiben.
F4: Welche Installationsfehler beeinträchtigen häufig Genauigkeit oder Sicherheit der JDZW2-10-Wandler, und wie lassen sie sich vermeiden?
Drei kritische Fehler sind: (1) Falsche Orientierung der zweikernigen Anschlüsse, was zu vertauschten Zähl-/Schutzkreisen führt – folgen Sie stets dem Anschlussschema mit H1/H2-Primär- und X1/X2/X3-Sekundärbezeichnung; (2) Unzureichende Erdung der Basis oder fehlende Erdung der spannungsfreien Primärseite während der Wartung, was gegen IEC 61869-3-Sicherheitsvorschriften verstößt; (3) Übermäßiges Anziehen der Klemmschrauben (> 2,5 N·m), wodurch das Epoxidharzgehäuse reißen kann. Empfohlene Vorgehensweise: Spannungsfreischalten und 10-kV-Leitung erden vor Arbeiten, Klemmen gemäß Herstellerangaben anziehen, Diebstahlsicherungen nach Verdrahtung aktivieren und Mindestkriechstrecke (> 375 mm) zu geerdeten Teilen einhalten, um Überschläge in Verschmutzungsgrad-II-Umgebungen zu verhindern.
F5: Wie übersetzt sich der 12/42/75-kV-Isolationspegel in reale Leistungsfähigkeit in 10-kV-Freiluftnetzen, und reicht er für transiente Überspannungen aus?
Der Isolationspegel (Um/AC/LI) = 12/42/75 kV bedeutet: Um = 12 kV (maximale Betriebsspannung), Wechselspannungsfestigkeit = 42 kV eff. für 1 min (Netzfrequenzprüfung) und Blitzstoßfestigkeit = 75 kV Spitze (1,2/50 µs-Welle). Dies übertrifft die Anforderungen der IEC 60071-1 für 10-kV-Systeme (typisch 70 kV LIWV) und bietet eine Sicherheitsmarge gegenüber Schalt- und blitzinduzierten Überspannungen in Freileitungsnetzen. In Regionen mit häufigen direkten Blitzeinschlägen oder schlechter Erdung werden dennoch zusätzliche Überspannungsableiter (z. B. Typ mit 17 kV MCOV) gemäß IEEE C62.22 empfohlen – selbst bei robuster Wandlerisolierung.
F6: Kann der JDZW2-10 für nicht standardmäßige Spannungsübersetzungen oder Genauigkeitsklassen angepasst werden, und welche Beschaffungsfolgen hat dies?
Ja – Standardübersetzungen umfassen 10000/100 V und 10000/220 V, aber Sonderübersetzungen (z. B. 11000/110 V für Altanlagen) sind mit einer Lieferzeitverlängerung von 4–6 Wochen möglich. Genauigkeitsklassen jenseits des angegebenen Bereichs (z. B. 0,1 für Laboranwendungen) werden aufgrund von Kernmaterial- und Wicklungseinschränkungen generell nicht unterstützt. Anpassungen erhöhen die Kosten (+15–25 %) und erfordern eine formale technische Prüfung, um sicherzustellen, dass Kernsättigung und thermische Grenzen nicht überschritten werden. Klären Sie die Machbarkeit frühzeitig in der Beschaffungsphase; Sonderbestellungen erfordern typischerweise Mindestmengen (≥ 10 Stück) und volle Vorauszahlung.
F7: Welche Wartungsprüfungen sind erforderlich, um langfristige Zuverlässigkeit der JDZW2-10-Wandler unter rauen Freiluftbedingungen sicherzustellen?
Obwohl die Wandler grundsätzlich wartungsfrei sind, werden alle 24–36 Monate Inspektionen empfohlen: (1) Sichtprüfung auf UV-bedingte Oberflächenrisse oder Tracking am Epoxidharzgehäuse – besonders in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung; (2) Prüfung der Integrität der Anschlussabdeckung und des korrekten Einrastens der Diebstahlsicherung; (3) Messung des Isolationswiderstands (> 1000 MΩ bei 2500 V Gleichspannung) zwischen Primär- und Sekundärseite/Erde; (4) Kontrolle der Befestigungsschrauben auf Korrosion oder Lockerung. In Küsten- oder Industrieatmosphären (Verschmutzungsgrad II) sollte das Gehäuse jährlich mit entionisiertem Wasser gereinigt werden, um leitfähige Salz- oder Ablagerungsansammlungen zu vermeiden, die die Kriechstreckenwirkung beeinträchtigen könnten.
F8: Wie beeinflussen Umgebungstemperatur und Höhenlage Leistung und mögliche Leistungsreduzierung der JDZW2-10-Wandler?
Der JDZW2-10 ist für -25 °C bis +40 °C Umgebungstemperatur und ≤ 2000 m Höhenlage ausgelegt. Oberhalb von 1000 m nimmt die Luftdichte ab, was die Durchschlagfestigkeit verringert – da das Gerät jedoch vollständig in Epoxidharz vergossen ist (nicht luftisoliert), ist bis 2000 m gemäß IEC 61869-3 keine Leistungsreduzierung erforderlich. Bei Temperaturen > +40 °C kann Dauerbetrieb zu thermischem Drift des Übersetzungsfehlers führen; unter -25 °C wird das Epoxidharz spröde, was das Risiko mechanischer Beschädigung beim Handling erhöht. Für Installationen zwischen 2000–3000 m konsultieren Sie den Hersteller – obwohl die Isolation nicht beeinträchtigt ist, schreiben einige Netzbetreiber vorsorglich eine konservative Leistungsreduzierung (z. B. 90 % der Bemessungsleistung) vor, obwohl dies in keiner Norm explizit gefordert wird.
Häufig gestellte Fragen
Q1: Können diese 10-kV-Spannungswandler auch in kalten Klimazonen installiert werden?
Ja, der Betrieb ist bei Umgebungstemperaturen von -25 °C bis +40 °C möglich. Die Gehäuse sind UV- und alterungsbeständig. Bitte bestätigen Sie die exakten Klimadaten bei der Bestellung.
Q2: Welche Genauigkeitsklasse ist für Schutzrelais und Messungen geeignet?
Für Messungen nutzen Sie Klasse 0,2 oder 0,5. Für Schutzanwendungen ist Klasse 3 oder 6P vorgesehen. Die genaue Zuordnung der Bemessungsleistung muss projektspezifisch abgestimmt werden.
Q3: Wie hoch darf der Installationsort über Normalnull maximal liegen?
Die maximale Höhenlage beträgt 2000 m über Normalnull. Die Geräte sind zudem gegen direkte Vibrationstests mit 0,4g beständig. Für höhere Lagen kontaktieren Sie bitte unseren Vertrieb.
Q4: Werden werkseitige Abnahmeprüfungen vor dem Versand durchgeführt?
Standardmäßig erfolgen werksseitige Routineprüfungen gemäß den geltenden Normen. Detaillierte Prüfumfänge und Zertifikate sind auf Anfrage verfügbar. Bitte geben Sie Ihre spezifischen Testanforderungen im Bestellprozess an.
Q5: Sind kundenspezifische Übersetzungsverhältnisse für Sonderprojekte realisierbar?
Das Standardmodell bietet 10000/100 V. Abweichende Übersetzungen sind prinzipiell möglich, unterliegen jedoch der technischen Prüfung. Kontaktieren Sie uns für eine Machbarkeitsanalyse und Lieferzeit.
Q6: Für welche Netzsysteme sind diese Säulen-Spannungswandler primär ausgelegt?
Sie sind speziell für netzseitig isolierte Systeme in Freiluftanlagen konzipiert. Der Verschmutzungsgrad ist für Klasse II nach Norm ausgelegt. Eine Eignungsprüfung für Ihr spezifisches Netz wird empfohlen.
Q7: Was ist die maximale Grenzleistung an der Sekundärseite?
Die maximale Grenzleistung beträgt 240 VA bei den Standardmodellen JDZW2-10 und JDZW-10R. Dies gewährleistet sichere Betriebsreserven bei Überlast. Die exakte Auslegung obliegt dem Planer.