Übersicht
Die busgeführten Nullstrom-Wandler der Serien LJM-1, LJM-2 und LJM-3 sind präzise elektromagnetische Geräte, die für zuverlässigen Erdfehlerschutz in mittelspannungsfähigen Wechselstromnetzen ausgelegt sind. Sie sind für den Inneneinsatz in 6-kV-, 10-kV- und 15-kV-Netzen konzipiert und erfassen den Reststrom (Nullstrom) bei einpoligen Erdschlüssen an Generatoren, Motoren und Abgangsleitungen.
Mit einer Nennfrequenz von 50 Hz oder 60 Hz verfügen die Wandler der LJM-Serie über eine integrierte busgeführte Bauform, die die Installation vereinfacht: Die dreiphasigen Leiter können direkt durch den Kern geführt werden, ohne dass externe Primäranschlüsse erforderlich sind. Dies gewährleistet robuste Leistung und langfristige Zuverlässigkeit in Schaltanlagen.

Wichtigste Bemessungsdaten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Netzspannungsklasse | 6 kV, 10 kV, 15 kV |
| Nennfrequenz | 50 Hz oder 60 Hz |
| Sekundärnennstrom | 5 A |
| Anwendungstyp | Nullstromschutz (Erdfehlererkennung) |
| Primärleiter | Integrierte busgeführte Bauform (Kabeldurchführung) |
| Thermische Kurzzeitfestigkeit | Hoch, geeignet für MS-Anwendungen |
| Dynamische Festigkeit | Robust unter Fehlerbedingungen |
| Einbaubedingungen | Nur Innenraum |
| Sekundärklemmen | K1 / K2 |
| Empfohlenes Relais | DD11/60 |
Modellbezeichnung

- L: Stromwandler (SW)
- J: Erdungsschutz-Anwendung (Nullstromerkennung)
- M: Busgeführte Bauform (Kabeldurchführung)
- 1 / 2 / 3: Spannungsklassen- und Stromkennzeichnung
- 3L: Erweiterte Ausführung (höhere Primärstrombelastbarkeit)
Aufbau
Die LJM-Serie verwendet eine busgeführte Konfiguration mit integriertem Primärleiterpfad, wodurch eine direkte Kabeldurchführung möglich ist. Dadurch entfallen diskrete Primäranschlüsse, was die Komplexität reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht. Der ringförmige magnetische Kern ist speziell auf die Nullstrommessung optimiert und gewährleistet eine genaue Ansprechcharakteristik bei Erdschlussereignissen.
Spannungsklassenspezifische Isoliersysteme schützen die internen Komponenten, während die Sekundärklemmen (K1/K2) sichere Anschlusspunkte für Schutzrelais bieten. Die robuste mechanische Konstruktion sichert einen stabilen Betrieb in typischen industriellen Innenraum-Schaltanlagen, mit ausreichendem Freiraum für Wärmeabfuhr und Wartungszugang.
Technische Daten
Betriebsbedingungen
- Einbaubedingungen: Nur Innenraum in sauberer, nicht korrosiver Atmosphäre
- Höhenlage: Standardbereich; ab >1000 m ist eine technische Prüfung erforderlich
- Umgebungstemperatur: -5 °C bis +40 °C
- Relative Luftfeuchte: ≤95 % bei 25 °C
- Umweltbeschränkungen: Keine korrosiven Gase, leitfähiger Staub, explosionsfähige Dämpfe oder starke Vibrationen
Technische Daten
| Modell | Netzspannung (kV) |
Frequenz (Hz) |
Sekundärstrom (A) |
Primärausführung |
|---|---|---|---|---|
| LJM-1 | 6 | 50/60 | 5 | Busgeführt |
| LJM-2 | 10 | 50/60 | 5 | Busgeführt |
| LJM-3 | 15 | 50/60 | 5 | Busgeführt |
| LJM-3L | 15 | 50/60 | 5 | Busgeführt (erweiterte Kapazität) |
Installation und Verdrahtung
Installationsdiagramm
Installieren Sie den LJM-Wandler in Innenraum-Schaltanlagen oder Motorsteuerzentralen mit ausreichender Belüftung. Führen Sie alle dreiphasigen Leiter oder Sammelschienen in korrekter Phasenfolge durch die zentrale Öffnung, um eine ordnungsgemäße Nullstromflusssummierung sicherzustellen. Verbinden Sie die Sekundärklemmen K1 und K2 mit dem Nullstromrelais unter Verwendung geeigneter Leiterquerschnitte und achten Sie auf die Polarität für korrekten Relaisbetrieb.


Abmessungen
| Modell | Öffnungsdurchmesser (mm) |
Gesamthöhe (mm) |
Befestigungsbohrbild (mm) |
|---|---|---|---|
| LJM-1 / LJM-2 / LJM-3 | Φ80 | 180 | 120 × 120 |
| LJM-3L | Φ100 | 210 | 140 × 140 |
Auswahl und FAQs
Auswahlhilfe
- Wählen Sie LJM-1 für 6 kV, LJM-2 für 10 kV oder LJM-3/LJM-3L für 15 kV und bestätigen Sie anschließend die projektbezogenen Isolations- und Kurzzeitfestigkeitsanforderungen.
- Prüfen Sie, ob die Gesamtabmessungen des Leiterbündels – inklusive Isolationsabstand – in die 80-mm-Öffnung der Modelle LJM-1/2/3 oder die 100-mm-Öffnung des LJM-3L passen.
- Vergewissern Sie sich, dass das angeschlossene Nullstromrelais einen 5-A-Sekundärstrom akzeptiert und sein Ansprechbereich dem berechneten Erdschlussstrom entspricht.
- Beschaffen Sie vor der endgültigen Schutzkoordination die modellspezifischen Daten zu thermischem und dynamischem Kurzzeitstrom, Lastvermögen, Isolationspegel und Abmessungen.
- Überprüfen Sie die Innenraumbedingungen, die Verlegung aller Phasenleiter sowie von Schirm-/Erdleitern, die Polarität K1/K2, das Montagemuster und die Vorgaben zur Sekundärkurzschließung/-erdung.
Häufig gestellte Fragen
F1: Wofür wird der busgeführte LJM-Nullstromwandler eingesetzt?
Er liefert ein Reststromsignal zur Erkennung einpoliger Erdschlüsse an Innenraum-Generatoren, Motoren, Abgangsleitungen und Schaltanlagen bei 6 kV, 10 kV oder 15 kV.
F2: Welches LJM-Modell passt zu welcher Spannungsklasse?
LJM-1 ist für 6 kV, LJM-2 für 10 kV und LJM-3 bzw. LJM-3L für 15 kV vorgesehen. Die endgültige Auswahl erfordert zudem die Bestätigung der projektbezogenen Isolations- und Kurzzeitfestigkeitsdaten.
F3: Was unterscheidet LJM-3 von LJM-3L?
Beide dienen 15-kV-Anwendungen, doch LJM-3L besitzt eine erweiterte Bauform mit 100-mm-Öffnung; LJM-3 verwendet die Standardöffnung von 80 mm.
F4: Erfordert der LJM eine primäre elektrische Verbindung?
Nein, separate Primäranschlüsse am Wandler werden nicht benötigt. Die geschützten Phasenleiter oder Sammelschienen werden durch die zentrale Öffnung geführt und wirken als Primärleiter.
F5: Welches Relais und welcher Sekundärstrom werden verwendet?
Der Standardsekundärstrom beträgt 5 A; empfohlen wird das Relais DD11/60 oder ein äquivalentes Nullstromrelais mit kompatiblen Eingangs-, Last- und Ansprechkenngrößen.
F6: Welche Leiter werden durch die Öffnung geführt?
Alle Phasenleiter des geschützten Stromkreises werden gemeinsam und in gleicher Richtung durchgeführt. Neutralleiter, Schirm, Armierung und Erdung müssen gemäß dem Schutzkonzept verlegt werden, um eine korrekte Reststromsummierung sicherzustellen.
F7: Wie ist mit der Sekundärseite bei Wartungsarbeiten zu verfahren?
K1/K2 dürfen niemals offen bleiben, solange Primärstrom fließen kann. Sichern Sie den Stromkreis, kurzschließen Sie die Sekundärseite über eine zugelassene Klemme und legen Sie die vorgeschriebene Einpunkt-Erdung an, bevor das Relais getrennt wird.