Übersicht
Die Spannungswandler der Serie JSZF-3/6/10kV sind präzise elektromagnetische Messgeräte, die für genaue Spannungsmessung, Energiemessung und Relais-Schutz in 3–12-kV-Innenraum-Wechselstromnetzen ausgelegt sind. Sie nutzen elektromagnetische Induktion, um galvanisch getrennte Sekundärspannungssignale zu liefern, die proportional zur Primärnetzspannung sind, und gewährleisten so sicheren und zuverlässigen Betrieb für kritische Überwachungs- und Steuerfunktionen.
Dank langlebiger Epoxidharz-Isolierung und kompakter halbgekapselter Bauweise bieten diese Wandler hervorragende elektrische Leistung, mechanische Festigkeit und einfache Montage. Sie eignen sich ideal für den Einsatz in Umspannwerken, Industrieanlagen und Mittelspannungsschaltanlagen und erfüllen höchste Anforderungen an Genauigkeit und Zuverlässigkeit unter normalen Innenraumbedingungen.


Wichtigste Nennwerte im Überblick
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Netzspannungsklasse | 3kV / 6kV / 10kV (Innenraum) |
| Nennfrequenz | 50 Hz (60 Hz auf Anfrage) |
| Nennsekundärspannung | 100/sqrt(3) V oder 100 V |
| Genauigkeitsklassen | 0,2; 0,5; 1; 3; 6P (Messung/Schutz) |
| Nennbelastbarkeit | Pro Kern/Wicklung (VA) |
| Belastungs-Leistungsfaktor | cos phi = 0,8 (induktiv) |
| Maximale Ausgangsleistung | 1000 VA |
| Isoliersystem | Epoxidharzgegossen |
| Bauart | Halbgekapselt, für Innenräume |
| Modellvarianten | JSZF-3, JSZF-6, JSZF-10 |
Modellbezeichnung

- J: Spannungswandler (SW)
- S: Drei- oder einphasige Ausführung
- Z: Epoxidharz-isolierte gegossene Bauweise
- F: Halbgekapselte Bauform
- 3 / 6 / 10: Spannungsklasse (kV)
Ausführung
Die Serie JSZF zeichnet sich durch eine halbgekapselte, epoxidharzgegossene Konstruktion aus, die hervorragende Isolationseigenschaften, Feuchtigkeitsbeständigkeit und langfristige mechanische Stabilität gewährleistet. Die kompakte Bauform ist für den Einbau in Mittelspannungs-Innenschaltanlagen optimiert und hält dabei erforderliche Luft- und Kriechstrecken ein, ermöglicht aber gleichzeitig Zugang zur Inspektion.
Das integrierte Primär- und Sekundär-Isoliersystem in Kombination mit einem optimierten magnetischen Kern sorgt für gleichbleibende Genauigkeit und thermische Leistungsfähigkeit. Diese robuste Bauweise unterstützt zuverlässigen Betrieb in Umgebungen mit geringer bis mäßiger Verschmutzung und eignet sich daher für anspruchsvolle industrielle und netzbetriebliche Anwendungen.
Technische Daten
Betriebsbedingungen
- Installationsumgebung: Nur für Innenräume (senkrechte Montage empfohlen)
- Höhe über NN: <= 1000 m (höhere Höhen auf Anfrage)
- Umgebungstemperatur: -5 °C bis +40 °C
- Relative Luftfeuchtigkeit: <=95 %, ohne Kondensation
- Verschmutzungsgrad: Gering bis mäßig
- Umweltbedingungen: Frei von korrosiven Gasen, explosionsfähigen Medien, starken Vibrationen oder mechanischen Stößen
Technische Daten
| Modell | Nenn- Spannungs- übersetzung (V) |
Klasse 0,2 (VA) |
Klasse 0,5 (VA) |
Klasse 1 (VA) |
Klasse 3 (VA) |
Klasse 6P (VA) |
Max. Ausgangs- leistung (VA) |
Isolations- pegel (kV) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| JSZF-3 | 3000/sqrt(3) / 100/sqrt(3) / 100/3 | 60 | 150 | 300 | 450 | 50 | 1000 | 3,6/25/40 |
| JSZF-6 | 6000/sqrt(3) / 100/sqrt(3) / 100/3 | 60 | 150 | 300 | 450 | 50 | 1000 | 7,2/32/60 |
| JSZF-10 | 10000/sqrt(3) / 100/sqrt(3) / 100/3 | 75 | 150 | 300 | 450 | 50 | 1000 | 12/42/75 |
Installation und Verdrahtung
Installationsdiagramm
Korrekte Verdrahtung und Montage sind für sicheren und genauen Betrieb unerlässlich. Schließen Sie die Primärleiter gemäß Typenschildanleitung an und stellen Sie sicher, dass die Sekundärkreise mit entsprechend dimensionierten Sicherungen ausgestattet sind. Bei den Modellen JSZF-3 und JSZF-6 muss der O-Anschluss im Fehlerfall geerdet sein, um mit Erdschluss-Schutzsystemen zu koordinieren.


Abmessungen
| Maß | Wert (mm) |
|---|---|
| Höhe | Wie in der Maßzeichnung angegeben |
| Breite | Wie in der Maßzeichnung angegeben |
| Tiefe | Wie in der Maßzeichnung angegeben |
| Befestigungsbohrbild | Wie in der Maßzeichnung angegeben |
| Φ Primäranschluss | Je nach Modellvariante |
Auswahl und FAQs
Auswahlhilfe
- Wählen Sie das Modell (JSZF-3/6/10) entsprechend der Netzspannungsklasse.
- Legen Sie die Kombination der Genauigkeitsklassen fest (z. B. 0,2 für Messung, 6P für Schutz) je nach Anwendungsfall.
- Geben Sie die Nennbelastbarkeit (VA) jeder Sekundärwicklung gemäß den angeschlossenen Geräten an.
- Bestätigen Sie die Sekundärspannungskonfiguration: 100/sqrt(3) V oder 100 V.
- Stellen Sie sicher, dass die Innenraumbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe) innerhalb der zulässigen Grenzen liegen.
Häufig gestellte Fragen
F1: Wie wählt man das passende JSZF-Modell (JSZF-3, JSZF-6 oder JSZF-10) und die richtige Kombination der Genauigkeitsklassen für Mess- und Schutzanwendungen in einem 10-kV-Innenraum-Umspannwerk?
Die Auswahl beginnt mit der Anpassung an die Nennspannung des Netzes: Verwenden Sie JSZF-10 für 10-kV-Systeme (Nennprimärspannung 10.000/√3 V). Für Messkreise mit hoher Präzision (z. B. Abrechnungszwecke) geben Sie Genauigkeitsklasse 0,2 oder 0,5 mit entsprechender Nennbelastbarkeit an – 75 VA für Klasse 0,2 und 150 VA für Klasse 0,5 gemäß technischer Daten. Für Relais-Schutz (z. B. Überspannungs- oder Erdschluss-Schutz) wählen Sie Klasse 6P mit 50 VA Belastbarkeit, um die Leistung bei Fehlerbedingungen bis zu 190 % der Nennspannung sicherzustellen. Die Nennbelastbarkeit einer Genauigkeitsklasse darf niemals überschritten werden, da dies die Messgenauigkeit beeinträchtigt und die Schutzkoordination gefährden kann.
F2: Warum gibt die JSZF-Serie unterschiedliche Isolationspegel an (z. B. 12/42/75 kV für JSZF-10), und wie wirken sich diese Werte auf die Schaltanlagenkompatibilität aus?
Die Isolationspegel-Angabe „12/42/75“ bezieht sich auf die Systemspannung (12 kV), die Prüfspannung bei Netzfrequenz (42 kV Effektivwert für 1 min) und die Stoßspannungsfestigkeit (75 kV Spitze). Diese Werte stellen sicher, dass der JSZF-10 die Anforderungen der IEC 61869-3 für 10-kV-Innenschaltanlagen erfüllt. Nicht abgestimmte Isolationspegel können bei Schalt- oder Blitzüberspannungen zu Durchschlägen führen. Vergewissern Sie sich stets, dass der Isolationspegel des Wandlers mit den Prüfspannungsvorgaben der Schaltanlage übereinstimmt – insbesondere hinsichtlich der 42-kV-Wechselspannungsfestigkeit und der 75-kV-Stoßspannungsfestigkeit (BIL) – um Systemintegrität und Konformität mit lokalen Netznormen zu gewährleisten.
F3: Welche kritischen Installationsvorsichtsmaßnahmen vermeiden häufige Feldausfälle beim Einbau von JSZF-10-kV-Wandlern in metallgekapselten Schaltanlagen?
Drei wesentliche Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten: (1) Montieren Sie den Wandler ausschließlich senkrecht, wie vorgeschrieben – Abweichungen können die innere Spannungsverteilung im Epoxidharz beeinträchtigen und die langfristige mechanische Stabilität gefährden. (2) Erden Sie einen Punkt des Sekundärkreises (üblicherweise den Neutral- oder O-Anschluss) gemäß IEC 61869; nicht geerdete Sekundärkreise bergen das Risiko kapazitiver Kopplung und gefährlicher Überspannungen. (3) Installieren Sie korrekt dimensionierte Sicherungen (typischerweise ≤6 A) an allen Sekundärwicklungen, um thermische Schäden durch versehentliche Kurzschlüsse zu verhindern – beachten Sie: Sekundärseiten von Spannungswandlern dürfen niemals kurzgeschlossen werden. Halten Sie zudem Mindestabstände gemäß Maßbild ein, um Überschläge zu vermeiden und Wärmeableitung zu ermöglichen, insbesondere in dicht bestückten Schaltfeldern.
F4: Wie interpretiert man die Nennbelastbarkeit (z. B. 75 VA bei Klasse 0,2) im Vergleich zur maximalen Ausgangsleistung von 1000 VA beim JSZF-10?
Die Nennbelastbarkeit (z. B. 75 VA für Klasse 0,2) definiert die Last, bei der der Wandler seine angegebene Genauigkeit unter Standardbedingungen (cos φ = 0,8 induktiv) erreicht. Die maximale Ausgangsleistung von 1000 VA ist eine thermische Grenze – die absolute Obergrenze vor Überhitzung – jedoch wird jenseits der Nennbelastbarkeit keine Genauigkeit garantiert. Beispiel: Eine 300-VA-Last an einer 0,2-Klasse-Wicklung führt zu Fehlern außerhalb von ±0,2 % und kann Messdaten ungültig machen. Dimensionieren Sie daher alle angeschlossenen Geräte (Zähler, Relais, Leitungen) so, dass ihre Gesamt-VA-Aufnahme bei Betriebsspannung innerhalb der für die gewählte Genauigkeitsklasse spezifizierten Belastbarkeit bleibt.
F5: Unterstützt die JSZF-Serie duale Sekundärwicklungen mit gemischten Genauigkeitsklassen (z. B. 0,2 für Messung und 6P für Schutz), und welche Anpassungsoptionen stehen zur Verfügung?
Ja, die JSZF-Plattform unterstützt mehrere Sekundärwicklungen mit unabhängigen Genauigkeitsklassen – üblicherweise eine Wicklung der Klasse 0,2 oder 0,5 für Messung und eine separate Wicklung der Klasse 3 oder 6P für Schutz. Anpassungsoptionen umfassen die Wahl der Sekundärspannung (100/√3 V für Sternpunktgeerdete Systeme oder 100 V für Phasen-zu-Phasen), die Belastbarkeitszuordnung pro Wicklung sowie die Anschlusskonfiguration. Jedes Gerät ist jedoch nur einstufig (single-ratio); mehrstufige oder einstellbare Übersetzungsverhältnisse gehören nicht zum Standardprogramm. Geben Sie exakte Anforderungen bereits bei der Bestellung an (z. B. „JSZF-10 mit zwei Sekundärwicklungen: 0,2/75 VA + 6P/50 VA, 100/√3 V“), damit die werkseitige Konfiguration den Systemanforderungen entspricht.
F6: Wie vergleicht sich die halbgekapselte Epoxidharz-Bauweise des JSZF mit vollgekapselten oder ölgefüllten Wandlern hinsichtlich Wartung und Umweltbeständigkeit?
Die halbgekapselte, epoxidharzgegossene Bauweise des JSZF eliminiert Ölaustrittsrisiken und reduziert Brandgefahr gegenüber ölgefüllten Wandlern, wodurch sie für Innenraum-Umspannwerke in der Nähe empfindlicher Anlagen geeignet ist. Im Gegensatz zu vollgekapselten Harzwandlern ermöglicht die halbgekapselte Struktur visuelle Inspektion der Anschlüsse und teilweisen Zugang für Thermografie. Allerdings ist sie nur für geringe bis mäßige Verschmutzung (IEC 60664) zugelassen; in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder leitfähigem Staub können zusätzliche Kriechstreckenverlängerungen oder Konformbeschichtungen erforderlich sein. Die Wartung ist minimal – hauptsächlich periodische IR-Scans und Drehmomentskontrollen der Anschlüsse – im Gegensatz zu ölgefüllten Wandlern entfällt jedoch jegliche Prüfung der Isolierflüssigkeit oder Wartung von Entfeuchtern.
F7: Welche Beschaffungsaspekte beeinflussen Lieferzeit und Kosten bei der Beschaffung von JSZF-10-kV-Wandlern für ein netzbetriebliches Großprojekt?
Standard-JSZF-10-Einheiten (50 Hz, Sekundärspannung 100/√3 V, Genauigkeitsklassen 0,5/3) haben typischerweise Lieferzeiten von 4–6 Wochen. Sonderausführungen – wie 60-Hz-Betrieb, nicht standardmäßige Belastbarkeiten oder duale 0,2-Klasse-Wicklungen – können die Lieferzeit aufgrund von Neukalibrierung des Kerns und Typprüfanforderungen auf 10–12 Wochen verlängern. Die Kosten steigen mit höheren Genauigkeitsklassen (0,2 vs. 1) und geringeren Belastbarkeiten aufgrund engerer Kerntoleranzen. Bei Großaufträgen (>50 Einheiten) sollten Chargenprüfprotokolle verhandelt werden, um zertifizierungsbedingte Stückkosten zu senken. Stets klären, ob der Lieferant vollständige, IEC-61869-konforme Werkstestberichte (Übersetzungsfehler, Polarität, Isolation, Temperaturanstieg) liefert – deren Fehlen erhöht Inbetriebnahme-Risiken und kann die Garantie erlöschen lassen.
F8: Was sind die häufigsten Ursachen für Genauigkeitsdrift oder Ausfall von JSZF-Wandlern im Betrieb, und wie lassen sie sich diagnostizieren?
Hauptursachen sind: (1) Überlastung der Sekundärseite – Überschreitung der Nennbelastbarkeit führt zu erhöhten Übersetzungs- und Phasenwinkelfehlern; Diagnose mittels Genauigkeitsprüfung vor Ort gemäß IEC 61869-5. (2) Falsche Erdung – nicht geerdete Sekundärseiten induzieren Resonanz und Überspannungen; Einpunkterdung mit Durchgangsprüfer verifizieren. (3) Thermische Alterung durch dauerhafte Überspannung oder unzureichende Belüftung; auf Verfärbung oder Rissbildung im Epoxidharz prüfen. (4) Falsche Sicherungsauswahl – träge Sicherungen schalten Fehler möglicherweise nicht schnell genug ab und beschädigen die Wicklung. Bei Messabweichungen zunächst die angeschlossene Belastbarkeit prüfen und anschließend Erregungs-(Knickpunkt-)Tests zur Beurteilung des Kernzustands durchführen. Wandler mit >2× zulässigem Fehler oder sichtbaren Schäden ersetzen – epoxidharzgegossene Wandler sind nicht instandsetzbar.
Häufig gestellte Fragen
Q1: Ist der JSZF-10kV Spannungswandler für den Außenbereich geeignet?
Nein, das Gerät ist ausschließlich für Innenräume konzipiert. Es erfordert eine senkrechte Montage bei Umgebungstemperaturen von -5 °C bis +40 °C. Bitte kontaktieren Sie uns für Außenraum-Alternativen.
Q2: Welche Genauigkeitsklasse wird für Schutzrelais benötigt?
Für Schutzzwecke ist die Klasse 6P mit 50 VA empfohlen. Die Messwicklungen der Klassen 0,2 bis 3 dienen der reinen Messtechnik. Geben Sie Ihren genauen Bedarf bei der Bestellung an.
Q3: Kann der Spannungswandler in Höhen über 1000 Metern betrieben werden?
Die Standardauslegung gilt für Höhen bis 1000 m über NN. Für Installationsorte in größeren Höhen sind werkseitige Anpassungen der Isolierung erforderlich. Bitte fordern Sie eine individuelle Projektbestätigung an.
Q4: Welches Übersetzungsverhältnis hat der 10-kV-Spannungswandler?
Das Nenn-Übersetzungsverhältnis für JSZF-10 beträgt 10000/√3 / 100/√3 / 100/3 V. Dies ermöglicht den Anschluss an geerdete und isolierte 10-kV-Netze. Detaillierte Datenblätter erhalten Sie auf Anfrage.
Q5: Welche Zertifizierungen liegen für den JSZF-10kV Wandler vor?
Die genauen vorliegenden Zertifikate und Prüfberichte sind projektabhängig. Bitte kontaktieren Sie unser Vertriebsteam, um die aktuellen Konformitätserklärungen und Typenprüfberichte für Ihre Ausschreibung anzufordern.
Q6: Für welche Schaltanlagen eignet sich dieser halbgekapselte Spannungswandler?
Der JSZF-10kV Wandler ist ideal für 10-kV-Innenraum-Schaltanlagen und Verteilerstationen. Er dient der Spannungsmessung und dem Schutz bei geringem bis mäßigem Verschmutzungsgrad. Fordern Sie technische Beratung für Ihr Projekt an.